Varta Batterien findet man in jedem Supermarkt. Sie sind aus unserem täglichen Leben nicht wegzudenken. Was aber die meisten nicht wissen: Das eigentliche Varta Werk, die Varta AG, gibt es seit vielen Jahren nicht mehr.
Schon 1993 machte das Unternehmen erstmals in seiner Geschichte keinen Gewinn mehr und 1995 wurde das historische Kerngeschäft, der Unternehmensbereich Industriebatterien, an den britischen Mischkonzern BTR (British Tire and Rubber) verkauft. 1998 wurden im Zuge einer Umstrukturierung die gesamten Gerätebatterieaktivitäten in der neuen VARTA Gerätebatterie GmbH zusammengefasst und die VARTA-Plastic verkauft. Damit wurde die Konzentration auf die Unternehmensbereiche Geräte- und Autobatterien abgeschlossen und die VARTA AG zur reinen Konzernholding. 1999 wurde die Fertigung von Zink-Kohle-Batterien in Ellwangen eingestellt.
Und selbst diese Maßnahmen halfen nichts. Im Jahre 2000 wurde die Gopla, eine Beteiligungsgesellschaft der Deutschen Bank, nach einem öffentlichen Übernahmeangebot Hauptaktionär der Varta AG. Kurz darauf begann eine folgenschwere Umstrukturierung des Konzerns, die letztendlich in der Zerschlagung des Unternehmens gipfelte,
2001 wurde der Geschäftsbereich Microbatterien ausgegliedert. Es entstand die Varta Microbattery GmbH als Tochtergesellschaft der Varta AG Hannover.
Ein Jahr später, im Jahr 2002, wurde die Autobatteriesparte an das US-amerikanische Unternehmen Johnson Controls verkauft. Noch im gleichen Jahr wurde der Geschäftsbereich Handelsbatterien in ein Gemeinschaftsunternehmen unter Führung der US-amerikanischen Rayovac Corporation eingebracht. Daneben wurden Tochtergesellschaften und Beteiligungen im Ausland verkauft.
2004 wurde die Beteiligung an der Microlite S.A., einem brasilianischen Gerätebatteriehersteller, an die Rayovac Corporation verkauft. Im Juli 2005 kündigte Spectrum Brands das Joint Venture mit der VARTA AG und übernahm den Geschäftsbereich Handelsbatterien komplett.
Somit verblieb nur der Bereich Microbatterien bei der Varta AG. Dieser wurde im Februar 2007 für einen vorläufigen Kaufpreis von 30 Millionen Euro an die österreichische VEG Beteiligungs GmbH und Buy-Out Beteiligungs-Invest AG, die beide zur Global Equity Partners Gruppe gehören, verkauft. Danach ging das Werk 2007 letztendlich an die Montana Tech Components AG, die ebenfalls eine Beteiligung der Global Equity Partners Gruppe darstellt.
Dabei hatte alles so gut angefangen. Die Varta AG ging aus der 1887 gegründeten „Accumulatoren-Fabrik Tudorschen Systems Büsche & Müller oHG“ hervor. Firmensitz war im westfälischen Ort Hagen. Unternehmensgründer war Adolph Müller, der das große Marktpotential für Akkumulatoren zur damaligen Zeit schnell erkannt hatte und ein gutes Geschäft witterte. Schon ein Jahr nach der Gründung begann die Accumulatoren-Fabrik mit der Produktion von ortsfesten Bleiakkumulatoren nach der Konstruktion von Henri Owen Tudor, einem Ingenieur aus Luxemburg.
Auch die beiden großen Elektrokonzerne Siemens und AEG merkten schnell, wie lukrativ die Fertigung von Bleiakkumulatoren war und stürzten sich in die industrielle Fertigung. Müller passte diese Konkurrenzsituation nicht und so handelte er eine Kooperation mit Siemens und AEG aus. Nach Abschluss der Verhandlungen wurde unter Kapitalbeteiligung der oben genannten Konzerne und unter Mitwirkung der Deutschen Bank das Unternehmen am 1. Januar 1890 in die „Accumulatoren Fabrik Aktiengesellschaft“ (Abkürzung AFA) mit Geschäftssitz in Berlin und Hagen umgewandelt.
Das Unternehmen entwickelte sich rasant. 1912 erwirtschafteten etwa 4000 Beschäftigte im Deutschen Reich einen Umsatz von rund 31,4 Millionen Mark. Bis 1914 wurden im In- und Ausland zahlreiche Werke und Tochtergesellschaften gegründet oder übernommen.
In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich der Name Varta als Marken- und Qualitätsbegriff immer weiter durch. Seit 1956 lieferte die Varta U-Boot-Batterien an die Bundesmarine und für den Export.
1977 wurde die VARTA AG aufgeteilt. Es entstanden die Varta AG (Batterie und Plastik), die CEAG AG (Elektronik) und die Altana AG (Pharma).
Jahrzehntelang war das Unternehmen in verschiedenen Bereichen der Batterieherstellung tätig. Im In- und Ausland produzierte Varta Industrie- und eckige Autobatterien, Rund- und Knopfzellen.
Das ist vorbei. Mit dem Verkauf aller operativen Geschäftsbereiche verabschiedete sich die VARTA AG nach über 100 Jahren ganz aus dem Batteriegeschäft. Die VARTA AG in Hannover beschäftigt sich nur noch mit der Verwaltung eigenen Vermögens sowie der Verwertung und Abwicklung von Vermögensgegenständen, Verträgen, Verbindlichkeiten und Beteiligungen der Gesellschaft und ihren Tochtergesellschaften.
Trotzdem bleibt der Markenname Varta erhalten. Er steht für die Waren, die von derzeit oder früher zum Konzern gehörenden Unternehmen hergestellt oder vertrieben werden. Dazu gehören beispielsweise Akkumulatoren, Batterien und Taschenlampen. Bekannt ist der Name auch durch den jährlich erscheinenden Varta Hotel- und Restaurantführer.
Anschrift und Kontaktdaten:
Varta Microbattery GmbH
Daimlerstrasse 1
73479 Ellwangen
Tel: 07961 921-0
Fax: 07961 921-553
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Tags: Hersteller, Profil, Varta
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